1. Mini-Workshop – Das Aufwachen ist der erste Schritt zum selbstständigen Einschlafen

Das Aufwachen

Ihr könntet so vorgehen:

Euer Baby schläft im Stubenwagen, im Kinderwagen, im Bettchen oder auf einer Decke. Ihr schaut ab und zu, ob es ihm gut geht. Euer Baby öffnet langsam die Augen. Gebt euerm Kind beim Aufwachen Zeit sich zu orientieren. Es gähnt vielleicht noch mal. Es rekelt sich. Es macht Laute.

Gebt eurem Baby Zeit zu schauen, zu hören, zu riechen. Nehmt mit ihm noch keinen Kontakt auf. Lasst euerm Baby Zeit selbst zu merken was es jetzt braucht oder möchte. Es wird sich melden. Zunächst zaghaft, dann deutlicher. Nehmt es nicht hoch bevor es sich gemeldet hat. Es ist vielleicht noch nicht so weit. Vielleicht schläft es auch noch einmal ein. Vielleicht nur für kurze Zeit, aber wie gut tut ein kleines Nickerchen!

Wenn sich das Baby meldet, dann seid ihr an der Reihe. Ihr geht langsam hin und sprecht mit euerm Baby. Ihr könnt ihm gern erzählen, dass ihr euch so freut, dass ihr es habt. Ihr könnt fragen, ob es gut geschlafen hat. Oder ob vielleicht die Windel voll ist. Euer Baby versteht nicht eure Worte, aber es nimmt eure Liebe, eure Freundlichkeit wahr. Und immer noch lasst ihr euer Baby im Bettchen. Das ist schwer, ich weiß. Unterhaltet euch noch ein bisschen mit ihm. Wenn ihr den Eindruck habt, dass das Baby damit zufrieden ist, dann wollte es vielleicht nur mal Kontakt aufnehmen. Es wollte vielleicht nur mal wissen, ob noch jemand in der Nähe ist. Nun kann sich das Baby erst mal wieder um sich selber kümmern. Es hat noch so viel Neues aufzunehmen. Es kennt all die Geräusche und Gerüche um es herum noch nicht. Und Babys haben soooo viel zu schauen. Sie lernen gerade erst den Unterschied zwischen hell und dunkel kennen. Licht und Schatten sind aufregende Neuigkeiten und ein Sonnenstrahl verändert die Wahrnehmung sofort.

Natürlich kommt auch der Moment, an dem das Baby nicht mehr im Bettchen liegen möchte. Dann seid ihr gefragt. Ihr hört, dass sich das Brabbeln etwas verändert. Das Baby hört sich unzufriedener an. Ihr nehmt wieder Kontakt auf und sprecht mit euerm Baby. Ihr nehmt es aus dem Bettchen und redet dabei mit ihm. Ihr kommentiert sozusagen alles was ihr mit ihm tut. Das wird euch vielleicht anfangs komisch vorkommen, aber das Baby liebt eure Stimme. Eure Stimme beruhigt das Baby. Es merkt, es ist alles in Ordnung. Nach ein paar Tagen weiß euer Baby schon was passieren wird, wenn ihr sagt: „Ich nehme dich jetzt aus dem Bettchen und dann schauen wir was du brauchst.“

Wer mit so viel Ruhe und Gelassenheit aufwachen darf und mit so liebevoller Ansprache, der kann sich wohl und sicher fühlen.

Stellt euch vor was euer Baby alles verpasst hätte, wenn ihr es gleich aus seinem Bettchen genommen hättet.

Sollte euer Baby nach dem Aufwachen gleich weinen, dann braucht ihr euch nicht zu erschrecken. Es ist noch nichts Schlimmes passiert. Das Baby äußert nur, dass es jetzt an der Zeit ist zu handeln. Versucht den Ablauf wie oben beschrieben einzuhalten. Erst ein kleines Gespräch beginnen und erst wenn das nicht reicht, das Baby hochnehmen und weiter forschen, warum euer Baby unzufrieden ist. Je ruhiger ihr seid, um so sicherer wird sich euer Kind fühlen.

Wenn ihr euch erschreckt, spürt es euer Baby und es hat den Eindruck, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es wird verunsichert, weil ihr verunsichert seid. Wenn es euch möglich ist, reagiert so ruhig wie möglich. Sprecht mit euerm Baby. Erzählt worüber ihr nachdenkt, was es jetzt wohl brauchen könnte. „Ich schau zunächst mal in deine Windel.“ oder „Du hast jetzt bestimmt Hunger. Ich werde dir jetzt die Flasche vorbereiten, oder wolltest du wohl einmal zu mir auf den Arm? “

Herauszufinden was dem Baby fehlt, das bedarf unter Umständen etwas Übung. Aber ihr könnt euch herantasten. Je genauer ihr auf das Bedürfnis eures Babys reagiert um so besser fühlt es sich verstanden. Und es lernt: „Ach, so muss ich mich äußern, damit Mama und Papa wissen was ich brauche.“ Je besser ihr euch kennenlernt um so harmonischer wird euer Alltag sein.

Viel Spaß beim Ausprobieren und der praktischen Umsetzung! Diese Chance solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Ihr könnt mir gern schreiben, wie ihr diese Phase erlebt oder welche Schwierigkeiten sich euch in den Weg stellen.

info@traumkinder.info

Ein kleiner Blick in die Zukunft:

Dieser ersten Mini-Workhops sind die Grundlage für die nächsten 3 bis 4 Jahre. So lange oder auch länger wird euch das Schlafen begleiten oder beschäftigen.